Hitzewallungen

  


Hitzewallungen sind die verbreitetsten Beschwerden in den Wechseljahren.

Die meisten Frauen leiden mehr oder weniger lange darunter, aber nicht alle. Warum manche Frauen keine Hitzewallungen bekommen, ist nicht geklärt, aber es gibt eine Menge Wege, Hitzewallungen zu lindern oder zu verhindern, wenn man zu denen gehört, die sie haben.

So äussern sich Hitzewallungen

Meist beginnen Hitzewallungen zuerst im Brusbereich. Dort wird unangenehme Hitze empfunden, die Haut rötet sich und die Temperatur der Haut steigt an.

Dann steigt die Hitzewahrnehmung nach oben zu Hals, Nacken, Kopf und den ganzen Körper.

Ausserdem schlägt das Herz schneller und stärker. Zusammen mit der Hitzewallung neigt man auch zu Zornausbrüchen. Plötzlich ist man furchtbar wütend, weil es zu heiss im Raum ist.

Der Schweiss bricht aus und im Anschluss an die fliegende Hitze, wie die Hitzewallung auch genannt wird, kommt es oft zu Frösteln oder gar Schüttelfrost.

Besonders häufig treten Hitzewallungen abends oder nachts auf. Nachts wird man dann leicht aus dem Schlaf gerissen, schwitzt das ganze Nachthemd und das Bettzeug voll und kann nicht wieder einschlafen.

Häufigkeit und Dauer von Hitzewallungen

Eine Hitzewallung hält meistens etwa eine Minute an, manchmal auch fünf und bei wenigen Frauen auch bis zu einer halben Stunde.

Solche Hitzewallungen können ein paar Mal pro Woche auftreten, bei manchen passiert es jedoch auch mehrmals pro Stunde.

Bei den meisten Frauen treten die Hitzewallungen mindestens ein Jahr lang auf, bei einigen auch über fünf Jahre lang.

Ursachen für Hitzewallungen

Die Schwankungen im Hormonspiegel führen unter anderem dazu, dass das Temperatursteuerungs-Zentrum im Gehirn manchmal nicht richtig justiert scheint. Besonders wenn der Östrogen-Spiegel plötzlich abfällt, wird das Temperaturzentrum gereizt.

Dadurch nimmt der Körper eine scheinbare Überhitzung wahr. Das Blut wird nach aussen in die Haut geschickt, um sich dort abzukühlen.

Auch der Schweissausbruch ist ein Versuch des Körpers, sich abzukühlen, der häufig darin endet, dass man nach der Hitzewallung friert.

Das Herzklopfen entsteht durch die Ausschüttung von Adrenalin. Dieses Stresshormon soll auch dazu beitragen, dass man schneller wieder abkühlt. Ausser für beschleunigten Herzschlag sorgt es aber auch für Aufregung und Reizbarkeit.

Leben mit Hitzewallungen

Hitzewallungen sind zwar sehr unangenehm, aber man kann sich sein Leben so einrichten, dass man nicht allzu sehr unter ihnen leidet.

Kühle Räume

Die Räume, in denen man sich aufhält, sollten nicht überheizt sein, sonst werden Hitzewallungen gefördert. Im Hochsommer braucht man kühle Rückzugszonen, damit man nicht ununterbrochen der heissen Umgebungstemperatur ausgesetzt ist.

Kleider nach dem Zwiebelschalenprinzip

Bei der Bekleidung sollte man mehrere Schichten anziehen, sodass man je nach Bedarf Schichten ablegen oder wieder anziehen kann.

Ausserdem sollten die Kleider locker und möglichst aus Nautrmaterial sein.

Reserve-Kleider im Büro

Damit man bei der Arbeit im Büro nicht in durchschwitzten Kleidern sitzen muss, lohnt es sich, einen oder mehrere Sätze Oberteile und BHs im Büro aufzubewahren.

Ersatz im Schlafzimmer

Auch im Bett lohnt es sich, ein Ersatznachthemd und eventuell noch eine trockene Ersatzdecke bereit zu legen. Dann kann man im Falle des Durchschwitzens einfach zur Reserve greifen und wird nicht noch zusätzlich durch das neu Beziehen des Bettes aus der Ruhe gebracht.

Wie bei den Kleidern bietet sich auch bei den Decken das Zwiebelprinzip an, dann kann man zwischen warmer und leichter Bedeckung wählen.

Bewegung an frischer Luft

Wer sich regelmässig an der frischen Luft bewegt, leidet im allgemeinen weniger unter Hitzewallungen.

Immer mit der Ruhe

Durch Aufregung werden Hitzewallungen verstärkt.

Es hilft also, sich möglichst viel Ruhe und Entspannung zu gönnen. Zu starker Stress sollte vermieden werden.

Hilfreich sind Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga, Meditation.

Mit Naturheilkunde gegen Hitzewallungen

Die Naturheilkunde hat einiges zu bieten, um die Hitzewallungen in Schach zu halten oder, mit etwas Glück, sogar los zu werden.

Ernährung

Scharfe Speisen sollte man meiden, weil sie die Hitzewahrnehmung noch verstärken.

Ansonsten kann man Nahrungsmittel mit pflanzlichen Östrogene (Isoflavone) essen, beispielsweise Sojaprodukte.

Auch andere Hülsenfrüchte, wie Linsen, Erbsen und Bohnen enthalten Isoflavone.

Ausserdem Alfa-Alfa-Sprossen.

Siehe auch: Ernährung in den Wechseljahren

Kräuter gegen Hitzewallungen

Prinzipiell eignen sich alle Kräuter mit Phytohormonen zur Behandlung von Hitzewallungen.

Vor allem eignen sich:

Siehe auch: Phytohormone

Kräuter gegen Schweissausbrüche

Es gibt auch spezielle Kräuter die gegen übermässige Schweissbildung helfen:

Siehe auch: Heilkräuter gegen Wechseljahrs-Beschwerden

Aromatherapie

Mit ätherischen Ölen kann man lauwarme Waschungen durchführen. Anschliessend nicht abtrocknen; das lindert das Schwitzen durch die Verdunstungskälte.

Folgende ätherische Öle eignen sich besonders gut:

  • Salbei
  • Lavendel
  • Minze

Siehe auch: Ätherische Öle gegen Wechseljahrs-Beschwerden

Schüssler-Salze

Folgende Schüssler-Salze werden innerlich gegen Hitzewallungen eingesetzt: Auswahl der Tabletten:
Ganz nach Ihrem Gutdünken können Sie entweder beide der passenden Salze, oder nur ein einzelnes der vorgeschlagenen Salze auswählen.

Anwendung der Tabletten:
3 bis 6 mal täglich 1 - 3 Tabletten
Hochdosierung: Alle 1 bis 10 Minuten 1 Tablette

Tabletten einzeln einnehmen und langsam im Mund zergehen lassen.

Homöopathie

Folgende homöopathische Mittel werden gegen Hitzewallungen angewendet:

Mittel-Auswahl

Wählen Sie ein Mittel gegen Hitzewallungen, das am besten zu Ihrer Situation passt.

Lesen Sie dazu die einzelnen Mittelbeschreibungen durch und entscheiden Sie anhand der Arzneimittelbilder wie Erscheinungsbild, Verschlimmerungen, Verbesserungen und körperliche Symptome.

Wenn keines der Mittel genau passt, entscheiden Sie sich für das Mittel, das am ehesten in Frage kommt.

Anwendung und Dosierung

Bei selbst ausgewählten homöopathischen Mitteln eignen sich die Potenzen D6 und D12. Manche Mittel werden auch in besonders niedrigen Potenzen von D1 bis D4 angewendet.

Von den niedrigen Potenzen nimmt man dreimal täglich folgende Mengen ein:

  • Tropfen: 5 bis 20 Tropfen
  • Tabletten: 1 Tablette
  • Globuli: 5 Globuli

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